Dieser Beitrag entstand im Rahmen von Katja Hammerschmidts Blogparade „Was ich von meinem Tier gelernt habe“. Vielen Dank für die schöne Idee und Inspiration, liebe Katja! 🙂
Da ich sehr viel von Pferden und vor allem von meinem eigenen Islandpferd Eldur gelernt habe, geht es hier vor allem um das eine Thema, was sich immer wieder zeigt… in meinem ganzen Leben. Persönlichkeitsentwicklung. Erst wenn ich mich selbst verändere, verändert sich auch etwas im Außen. In welcher Situation ich diese Lektion gelernt habe, wo sie sich noch gezeigt hat und was das eigentlich genau bedeutet, möchte ich dir in diesem Blogartikel erzählen.


Es gibt so viel, was ich von Pferden gelernt habe…
Als ich zum ersten Mal von Katjas Blogparade gehört habe, wollte ich unbedingt mitmachen. Doch dann kam mir der Gedanke: ich hab doch schon über so viel geschrieben, was ich von Pferden gelernt habe… Das brauche ich doch nicht nochmal neu aufzuschreiben.
Vor allem von Eldur habe ich sehr viel gelernt und die meisten Lektionen von ihm habe ich bereits in Blogartikeln verarbeitet.
Hier eine kleine Auswahl an Eldurs Lektionen:
- Achtsamkeit: Mit mehr Achtsamkeit kann ich meinen Alltagsstress loslassen, entspannen und mich wieder mehr spüren. Ich komme ins Hier und Jetzt. Erst dann kann ich auch eine Verbindung zu anderen (Pferden, anderen Tieren, Menschen…) aufbauen und damit eine wunderschöne Beziehung auf Augenhöhe.
- Pferde haben immer einen Grund, wenn sie etwas nicht tun: Sie machen das nicht um mich zu ärgern, sondern weil sie mich nicht verstehen, es gerade mental oder körperlich nicht tun können oder weil sie einfach keine Motivation dazu haben. Ich darf also überlegen, wie ich es dem Pferd anders und besser erklären kann, wie ich es einfacher machen kann und welchen guten Grund ich ihm geben kann, um motiviert mitzumachen.
- Reiten ist ein Geschenk, kein Privileg: Pferde sind nicht dazu geboren worden, um geritten zu werden. Womit haben wir eigentlich das Recht uns einfach auf ihren Rücken zu setzen und uns von ihnen tragen zu lassen? Nur wenn ein Pferd wirklich Ja zum Reiten sagt, fühlt sich das nach einer echten Partnerschaft und Freundschaft an.
- Achte auf deine Gedanken: Pferde sind Meister darin deine Gedanken zu lesen. Und ein „nicht“ kann ein Gehirn nicht übersetzen. Wenn du also denkst: „Zieh nicht schon wieder zum Gras“ und hast dabei im Kopf das Bild, wie dein Pferd dir den Strick aus der Hand reißt, um zum Gras zu laufen… was kommt dann wohl bei deinem Pferd an? Es bekommt die Aufforderung „Zieh zum Gras“ und wahrscheinlich tut es das dann auch.
- Tierkommunikation funktioniert: als promovierte Naturwissenschaftlerin war ich überzeugt davon, dass Tierkommunikation völliger Humbug ist. Eldur überzeugte mich bei seinem Tod vom Gegenteil… und schenkte mir damit den Glauben an viel mehr zwischen Himmel und Erde als ich bis dahin geahnt hatte. Das war der Start in die Spiritualität und völlig neue Gedanken und Erlebnisse.

Das, was über allem steht: Persönlichkeitsentwicklung
Wenn man sich das so durchliest, stellt man schnell fest, dass es eigentlich immer um das innere Wachstum geht. Es geht darum, an sich selbst zu arbeiten und sich weiter zu entwickeln. Tiere sind dafür tolle Lehrmeister, übrigens genauso wie andere Beziehungen oder auch die Selbständigkeit. Wie? Dazu gleich mehr…
Erst wenn ich am Innen etwas verändere, verändert sich auch das Außen.
In der Regel verändert man sich ja nicht einfach so. Veränderung und inneres Wachstum sind oft anstrengend und schwierig.
Es braucht eigentlich immer einen Auslöser.
Etwas im Außen das uns nicht gefällt.
Lass mich dich in eine konkrete Situation mitnehmen, die für mich der Einstieg in dieses Thema waren.
Eldur scharrte… und brachte mich damit zur Weißglut
Es gab eine Zeit, in der Eldur immer wieder mit dem Vorderhuf am Putzplatz scharrte. Unaufhörlich.
Du kennst bestimmt dieses nervtötende Geräusch, oder? 😉
Ich hatte ihm das eigentlich längst abgewöhnt… dachte ich zumindest. Aber dann war es plötzlich wieder da, dieses nervige Scharren, das mich regelmäßig so unglaublich wütend machte.
Warum tat er das auf einmal wieder?

Auch unsere Kommunikation war in diesen Phasen zäh. Wir nervten uns gegenseitig. Bis wir schließlich den Spaß aneinander verloren und keine Lust mehr auf gemeinsame Zeit hatten.
Natürlich weiß man nie, dass das nur eine Phase ist. Dann ließe es sich ja besser ertragen…
Es brauchte mehrere Wiederholungen (also ein paar Jahre!), bis mir ein Licht aufging:
1. Ja, es sind nur Phasen!
Und 2. immer wenn an der Uni Klausuren anstanden, ging es los.
Das war kein Zufall. Das war ein eindeutiges Muster.
Eldur hat nur mein Inneres gespiegelt
Diese Klausurzeiten machten mir Stress. Ich musste viel lernen, wollte gut abliefern und gute Noten schreiben. Es war also zum einen Zeitdruck (ich konnte oft erst wirklich gut in den letzten Tagen vor den Klausuren lernen…) und zum anderen der selbst gemachte Druck gut sein zu wollen.
Dieser Stress.
Diese hohe und angespannte Energie.
Die hatte ich einfach auf mein Pferd übertragen, ohne es zu merken. Er baute sie dann durch das Scharren ab.
Und weil ich selbst so angespannt war, hatte ich auch nur eine kurze Zündschnur. Statt achtsam und geduldig zu reagieren, war ich schnell auf 180. Ich schimpfte laut und riss am Führstrick. Für Eldur fühlte sich das ungerecht an. Logisch. War es ja auch!
Allein die Erkenntnis verändert viel
Als mir bewusst wurde, dass ich der Auslöser für sein Verhalten war, hat das sofort viel Spannung aus der Situation herausgenommen. Ich habe ihm nicht mehr die Schuld gegeben und mich über ihn geärgert, sondern hab ihn verstanden.
Und als ich wusste, dass sein Verhalten von meinem Stress kam, konnte ich auch etwas ändern.
Ich konnte nichts an meinem Stress ändern. Aber ich konnte ändern, wie ich mich in diesen Phasen am Stall verhielt. Zuerst einmal nahm ich mir Zeit erstmal anzukommen. Ich setzte mich auf die Bank in die Sonne und sah den Pferden erstmal nur eine Weile zu. So konnte ich schonmal einen Teil vom Stress abfließen lassen.
Und wenn ich dann etwas mit Eldur tat, plante ich nichts Neues und auch nichts, was auch sonst schon schwierig für uns war. Wir machten einfach nur noch, was wir beide schon gut konnten. Und wenn das an manchen Tagen bedeutete, einfach nur grasen zu gehen, dann war das eben so.
Später entdeckte und entwickelte ich verschiedene Achtsamkeits- und Entspannungsübungen, die mir in den stressigen Phasen enorm geholfen haben. Dadurch hat sich die Beziehung zwischen Eldur und mir immer weiter verbessert ohne in schlechten Phasen gleich wieder extrem zu leiden.
Kommt dir das Thema bekannt vor?
Weil es mir ein Herzensanliegen ist dieses Wissen weiterzugeben, habe ich daraus meinen 0€ Anti-Stress-Minikurs entwickelt. Dieser hat bereits vielen Pferdefrauen geholfen ihren Stresslevel zu reduzieren und viele haben mir schon begeistert geschrieben, wie ihr Pferd positiv darauf reagiert hat. 🙂 Ich liebe solche Erfolgsgeschichten. Genau dafür habe ich den Kurs entwickelt! 🙂
Willst du das auch?
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Noch einmal zusammengefasst: wenn mir am Außen etwas nicht gefällt, lohnt sich zuerst der Blick nach innen. Welchen Anteil habe ich daran? Was kann ich an mir verändern?
Das ist mir damals bei Eldur zum ersten Mal richtig bewusst geworden. Heute, mehr als 15 Jahre später wird mir klar, wie oft mir dieses Muster seitdem begegnet ist. Auch weit weg vom Stall.

Erst innen, dann außen: auch in der Selbständigkeit
Als ich mich 2017 nebenberuflich selbständig gemacht hatte, war ich voller Euphorie! Ich war voller Energie und Vorfreude. Ich erstellte meine Webseite, Facebook- und Instagramprofile und war überzeugt, dass es nun losgehen würde! Mein neues Leben als Pferdefotografin.
Doch dann.
Passierte nichts.
Keine Anfragen.
Keine Kunden.
Null.
Ein halbes Jahr lang. Ja wirklich!
Ich war total ernüchtert und enttäuscht. Also tat ich, was naheliegend schien: mehr machen. Ich postete mehr auf Social Media. Und ich fuhr durch ganz Berlin und verteilte Flyer auf Reiterhöfen und in jedem Reitsportgeschäft, das ich finden konnte.
Doch wieder passierte nichts.
Erst als ich an mir arbeitete, veränderte sich etwas.
Ich musste zuerst klarer werden: Was will ich eigentlich genau anbieten? Entspricht mit das? Wer bin ich eigentlich genau? Was macht mich und mein Angebot besonders?
Erst in dieser Zeit entstand die Achtsame Pferdefotografie und mein Angebot der Fotografischen Begleitung im Alltag. Vorher dachte ich, ich müsste Fotoshootings anbieten wie alle anderen auch. Und für alle Pferdebesitzer… Doch das passte gar nicht zu mir. Es war sehr unkonkret und ich fühlte mich damit gar nicht richtig wohl.
Und ich musste an meinem Mindset arbeiten. Ich hatte zum Beispiel den Glaubenssatz, meine Fotos seien nicht gut genug und ich hätte Fotografie erst „richtig“ lernen müssen, um als Fotografin arbeiten zu dürfen. Dazu kamen noch jede Menge negativer Glaubenssätze übers Verkaufen und über Werbung. Ich konnte daher auch meine Preise nicht nennen, ohne zu stottern…
Erst als ich diese inneren Baustellen nach und nach angegangen bin, kamen die Kunden.
Nicht vorher.


Auch Freundschaften bieten Raum für persönliches Wachstum
Ich habe einige Freundschaften, die schon seit 30 Jahren halten. Eine Zeitlang waren sie allerdings auf einer Stufe stecken geblieben: Wir redeten über Serien und Filme, so wie schon als Kinder, tauschten Anekdoten aus alten Zeiten aus. Tiefer ging es jedoch selten. Höchstens noch, wenn es um Studium- oder Jobwahl ging.
Erst als ich selbst anfing, mich mit Themen wie Kinderwunsch, Dating, Beziehungen, Spiritualität und dem Sinn des Lebens zu beschäftigen, und sicherer wurde, darüber zu sprechen, veränderten sich auch meine Freundschaften. Sie wurden wieder tiefer und kamen auf eine ganz neue Ebene.
Also auch hier wieder dasselbe Muster: Ich kann nicht erwarten, dass sich etwas im Außen ändert (also zum Beispiel mein Gegenüber, mein Leben oder die Anzahl an Kunden, die kommt), wenn ich nicht zuerst an mir selbst arbeite.

Fazit: Was ich dir mitgeben möchte
Wenn dir etwas in deinem Leben, in deiner Beziehung oder im Alltag mit deinem Pferd nicht gefällt, frag dich zuerst: Welchen Anteil habe ich daran?
Und dann: Arbeite daran.
Ohne Schuldgefühle. Ohne Scham. Einfach ehrlich mit dir selbst. Ja, das ist manchmal nicht so leicht. Wenn Scham oder Schuld hochkommen, sieh sie an und frage dich, was du einer guten Freundin raten würdest. Werde dir bewusst, dass du es einfach nicht besser machen konntest. Du wusstest noch nicht wie. Und ab sofort bemühst du dich einfach, es besser zu machen. Wir sind alles nur Menschen. Menschen machen Fehler. Das ist ok. So lernen wir. 🙂
Und wenn du dabei Hilfe brauchst, hol sie dir. Ich hatte tolle Coaches an meiner Seite, die mich durch die schwierigen Themen begleitet haben.
Es gibt zum Beispiel viele Methoden, um negative Glaubenssätze (wie „Ich bin nicht gut genug.“) aufzulösen. Meiner Erfahrung nach braucht es allerdings einiges an Disziplin, um da wirklich dranzubleiben und nachhaltig etwas zu verändern. Da hilft ein Coach ungemein. 😉
Hab den Mut hinzuschauen und über dich hinaus zu wachsen!
Es lohnt sich unglaublich. 🙂
Ganz liebe Grüße, Deine Jessica

Über die Autorin
Hallo, ich bin Jessica Freymark, achtsame Pferdefotografin und unterstütze seit 2017 Menschen dabei, viele wunderschöne und natürliche Fotos von ihren Pferden zu bekommen. In meinem Blog teile ich praxisnahe Tipps, Erfahrungen und Inspiration rund um den achtsamen Umgang mit Pferden und die Pferdefotografie.


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